Poetry Slam

Ich frage mich, warum Du mich nicht fragst

Ich frage mich, warum Du mich nicht fragst.
Hast Du Angst vor meiner Antwort? Wenn wirklich, hast Du mehr Angst vor einem Ja oder einem Nein?

Ich kenne meine Antwort übrigens auch noch nicht. Wirklich. Plus, ein bisschen Angst habe ich vor meiner Antwort auch. Leider kann ich dir das nicht sagen, weil Du mich nicht fragst.

Ich frage mich, warum Du mich nicht fragst.

Die Frage hingegen, kenne ich gut und und das ist zumindest ein Anfang. Plus, ich ignoriere sie nicht, so wie Du es tust.

Diese eine Frage kreist, seit geraumer Zeit in jedem Raum über uns. Dann und wann, ab und an, hin und wieder, segelt sie langsam zu Boden und landet leise zwischen uns. Während Du ihr keines Blickes würdigst, schenke ich ihr meine Aufmerksamkeit und wir fragen uns zusammen, warum Du mich nicht fragst.

Uns, also der Frage und mir, wäre es lieber wenn das was zwischen dir und mir ist, endlich eine Antwort bekommt. Plus, ich bin doch so neugierig. Du weist genau, ich möchte immer alles sofort wissen. Manchmal noch bevor ich überhaupt weiß, dass ich es wissen will.

Ich frage mich wirklich, warum Du mich nicht fragst.

Wahrscheinlich, weil Du ein Aussitzer bist, ein richtiger Draufsitzer, der klassische Sitzenbleiber, bis der Bus auch wirklich die Haltestelle erreicht und zum stehen kommt.
Safety first.

Ich hingegen schnalle noch eine Rakete an den Bus und lasse mich mit einem Paragleitschirm hinterher ziehen.
At least eskalation!

Ich frage mich noch immer, warum Du mich nicht fragst.

Vielleicht, weil Du nie etwas überstürzen willst?
Schon gar nicht umstürzen, lieber drauf stützen. Plus zusätzliche Zusatz-Stützen über, um und drauf bauen.

Ich überstürze immer alles. Falle oft hin, falle weiter, falle auf, bleibe liegen und stehe am Ende auf, um über mich selbst zu lachen.

Deswegen fragst Du mich wahrscheinlich nicht.

Bleibt die Frage für immer ohne Antwort und damit ganz alleine?
Auch nicht richtig, die beiden zu trennen. Sind sie zwar ungleich und doch unzertrennlich. So wie Salz und Pfeffer, Bier und Pizza, linker und rechter Schuh, wie wir.

Und ich frage mich, warum Du mich nicht fragst.

Wir könnten einen Kompromiss eingehen, Du lässt mich in deine Festung und ich verspreche, keine Raketen mit zubringen. Höchstens eine kleine Wunderkerze.
Für den Anfang, wäre ich gerne, einfach nur deine feste Plus eins.

Aber leider kann ich dir das nicht sagen, weil Du mich nicht fragst.

Ich würde, übrigens Ja sagen.

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